Postcard
Christopher Paolini - Eragon Teil 2


Inhalt:

Der erste Teil der Drachenreiter-Trilogie, Eragon. Das Vermächtnis der Drachenreiter, den der damals 18-jährige Christopher Paolini vorlegte, begeisterte die Leser in aller Welt und brach reihenweise Verkaufsrekorde. Dass der Autor, der nie eine öffentliche Schule besucht hat, damals nicht überschätzt wurde, belegt er nun eindrucksvoll mit Eragon. Der Auftrag des Ältesten. Auch hier gelingt es Paolini wieder mit erstaunlichem Geschick, die verschiedenen Handlungsstränge souverän aufzubauen, den Spannungsbogen zu halten und die Erzählung zu einem konzisen Ende zu führen. Eragon - Der Auftrag des Ältesten setzt nur drei Tage nach der blutigen Schlacht gegen Galbatorix am Ende des ersten Teils an, aus der Eragon siegreich hervorging. Er hat bewiesen, dass er ein Drachenreiter ist, doch schon wartet das nächste Abenteuer auf ihn. Sein Cousin Roran wird von dunklen Mächten erpresst und zu einer Gefahr für Eragon, der seit der großen Schlacht unter starken Rückenschmerzen leidet. Außerdem lernt Eragon immer mehr über die Macht der Magie. Mit seinem treuen Drachen Saphira kämpft er gegen die finsteren Mächte, die das Dorf Carvahall bedrohen. Nicht nur an Rorans Beispiel wird deutlich, wie Paolini es in diesem zweiten Band schafft, viele seiner Charaktere noch differenzierter zu zeichnen. Wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, wird immer weniger eindeutig, so dass Alagaesia, seine Fantasy-Welt, noch bunter und bizarrer wirkt. Es ist beeindruckend, wie elegant Paolini sein umfangreiches Personal dirigiert, ohne sich dabei in Widersprüchen oder Wiederholungen zu verfangen. Leser, die sich für den ersten Teil der Drachenreiter-Trilogie begeistert haben, werden auch in Eragon. Der Auftrag des Ältesten auf ihre Kosten kommen. Ohne Frage: Christopher Paolini hat sich noch einmal weiterentwickelt.

Rezension:

Einfach wundervoll, was Christopher Paolini in seinem zweiten Werk vollbracht hat. Schon der erste Band riss einen in seinen Bann und nicht weniger gelingt es diesem Buch. Eragon verzaubert fast von der ersten Seite an. Jeder noch so kleine Charakter wird liebevoll beschrieben, seine Art und Besonderheiten hervorgehoben. Das Verhältnis von Eragon und Saphira ist innig und liebevoll, was jedes Gespräch, jede Geste ausdrückt. Man merkt nicht nur in den Chrakterbeschreibungen, sondern auch in der Darstellung der Schauplätze, dass sich der Autor sehr viele Gedanken über Details gemacht hat. Was leider etwas stört sind die sich am Anfang im Kreis drehenden Unterhaltungen zwischen Brom und Eragon und die ständig wieder aufgeworfene Frage "Woher hat Brom all dieses Wissen? Was verbirgt er?". Hier wird der Leser leider etwas unterschätzt, denn die meisten wissen dies nach den ersten 100 Seiten. Danach nervt diese Frage, die sich Eragon immer und immer wieder stellt nur noch. Die Geschickte an sich ist stimmig und spannend erzählt, mit einem erkennbaren roten Faden und ohne große Längen. Trotzdem fragt man sich an einigen Stellen, beispielsweise bei Tagen, die belanglos dahinplätschern, ob man diese dann nicht besser weggelassen hätte. Aber auch solche Stellen versteht der Autor so liebevoll zu beschreiben, dass es kaum stört. Man kann sich darüber streiten, ob Band eins oder Band zwei besser ist, für mich sind beide unübertrefflich und ich finde sogar, dass sich dieser Teil noch ein wenig gesteigert hat. Einigen Lesern mag der Aufenthalt bei den Elfen zu lange sein, doch finde ich ihn sehr gelungen, denn noch nie schaffte es ein Autor eine Elfenstadt so lebendig zu umschreiben. Auch die überaus schwierige Beziehung zwischen Arya und Eragon trägt dazu bei dem Roman eine Tragik und Tiefe zu verleihen, die einem sehr nahe geht, doch auch mit Witz, Charm und einer konsistenten Handlung verleiht der Autor dem Roman eine ganz eigene und einmalige Prägung. Alles in allem ein Roman der so dermaßen fesselnd war, das ich jeden Vergleich mit dem stellenweise sehr langatmigen Herr der Ringe sogar als Beleidigung für Christopher Paolinis Werk empfinde. Ich denke das Fazit das ich hier ziehe ist offensichtlich, wer sich selbst wieder als 16 Jährigen, begeisterten Fantasy Leser fühlen und losgelöst von den langweiligen Momenten des Alltags sein will, der ist mit diesem Werk sehr gut beraten. Ich fühlte mich jedenfalls wieder wie 16, mit all der Begeisterung auch für die einfachen Dinge des Lebens, die dazugehört. Und selbst wer nicht Fantasy Fan ist, der soll sich den "Auftrag des Ältesten" trotzdem zulegen, ich verspreche danach wird man nämlich Fantasy Fan sein. Gespannt und voller Vorfreude warte ich nun auf das dritte (und somit wohl letzte) Band und hoffe, dass dadurch meine Fragen (Wie werden die Geschehnisse gegen Ende dieses Werkes weiter verarbeitet? Was passiert nun mit Eragon und Arya und wie genau sind die Fragmente der Prophezeiung der Werkatze, die noch nicht eingetroffen sind, zu verstehen? Wird Eragon im dritten Teil wirklich das Land für immer Verlassen?) beantwortet werden.
21.10.07 18:16
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen


Gratis bloggen bei
myblog.de